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Knutschen für den Weltfrieden

Benetton Unhate Head ©Benetton

So haben wir die großen Staatsoberhäupter noch nie gesehen: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu küsst Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Südkoreas Präsident Lee Myung-bak knutscht mit Nordkores Staatschef Kim Jong-Il, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel legt mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy Lippenbekenntnisse ab und mit Venezuelas Präsident Hugo Chavez und dem chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao buhlen gleich zwei Küsserkönige um die Gunst von US-Präsident Barack Obama. Ja sind die denn alle verrückt geworden? Eine Frage, die sich nicht die scheinbar abgelichteten Politiker stellen müssen, sondern vielmehr die von Benetton engagierten Grafiker. Der Modekonzern steckt nämlich hinter den überraschend echt wirkenden Fotomontagen, die so kurz vor Weihnachten für ein kleines bisschen Weltfrieden sorgen sollen. Die Botschaft: UNHATE!


"Hass wird nie durch Hass beendet. Durch Liebe allein kann Hass überwunden werden. Dieser tiefe, humane Toleranzgedanke fasst die Grundideen der UNHATE KAMPAGNE zusammen, die Benetton mit dem Ziel erarbeitet hat, einer Hasskultur entgegenzuwirken und – mit einer global call to action und innovativen Kommunikationsinstrumenten - die Nähe zwischen Völkern, Religionen, Kulturen und das friedliche Verständnis für die Rechte anderer - zu fördern", erklärt das Unternehmen in einer Presseaussendung. 

Das zentrale Symbol des Projekts ist der Kuss, der rund um den Globus für Liebe steht und auf den aktuellen Bildern als Zeichen der Versöhnung gedeutet werden soll. Doch nicht überall löst die Kampagne Begeisterungsstürme aus. Eines der Plakate wurde bereits verboten. Darauf war zu sehen, wie Papst Benedikt XVI den Imam der Moschee Al-Azhar in Kairo (weltweit wichtigstes, gemäßigtes Islam-Forschungszentrum der Sunniten) Ahmed Mohamed el-Tayeb küsst. Dennoch sollen die symbolischen Fotomontagen erst der Anfang der internationalen Kommunikationskampagne sein. Im Laufe der Zeit will Benetton damit "zur Entwicklung einer neuen Kultur der Toleranz beitragen".

Mit einer Kunstinstallation aus Patronenhülsen, die von Menschen aus Kriegsgebieten in aller Welt übermittelt werden, will man einen nächsten Schritt in diese Richtung setzen. Der kubanische Künstler Erik Ravelo von Fabrica wird diesen “Kriegsmüll” verwenden, um eine vier Meter lange, glänzende Friedenstaube - UNHATE DOVE - zu bauen, die die Friedensbotschaft der Stiftung in die Welt tragen soll.

Wer weniger künstlerisch begabt ist, sich aber dennoch am Projekt beteiligen will, kann das auf der Website unhatefoundation.org tun. Darauf sind bereits einige Bilder zu finden, die zeigen, wie Personen in Tel Aviv, New York, Rom, Mailand und Paris mit der Botschaft auf die Straße gehen (Fotos davon findet ihr in der Gallery am Ende des Artikels). Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, seine Anti-Hass-Botschaft auf der "Unhate List" zu posten und einen eigenen Versöhnungskuss auf der "Kiss Wall" zu posten.
 


In unserer Gallery könnt ihr euch für Letzteres inspirieren lassen:


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